Posts tagged ‘hörbuch-kritik’

Frank Schätzing Tod und Teufel Hörbuch

November 25th, 2009

Wie wir alle wissen, hatten es „Gesindel“ wie Bettler oder Diebe nicht immer leicht im Mittelalter. Und auch der junge Jakob ist einer von ihnen. Er versucht jeden Tag seinen Unterhalt auf verschiedenen Wegen zu verdienen, auch wenn nicht immer mit ganz ehrlichen Mitteln.

Frank Schätzing Tod und Teufel Hörbuch Kritik

Frank Schätzing Tod und Teufel Hörbuch Kritik

Im 13. Jahrhundert war der Aufbau des Doms bei allen Menschen allgegenwärtig. Als Jakob eines Tages mal wieder Hunger hatte und sein Magen mal wieder fürchterlich knurrte, beschloss er sich auf den Weg zum Domgarten zu machen, um ein paar leckere Äpfel zu pflücken. Nachdem er ein paar Äpfel gepflückt hatte und sich ein Päuschen auf dem Baum genehmigte, wurde er Zeuge eines Unfalls. Denn von seinem Baum aus, sah er wie der Dombaumeister Gehard Morat von einem Baugerüst fiel. Jakob lief schnell zu ihm um ihm zu helfen, dabei flüsterte ihm der Baumeister wenige Worte zu.
Schnell bemerkte Jakob, dass sie nicht allein auf diesem Gelände waren, denn er wusste, dass es kein Unfall war und das der Mörder sicherlich keine Zeugen gebrauchen konnte. Jedoch war Jakob leicht wieder zu erkennen, denn nicht umsonst lautet sein Spitzname „Jakob, der Fuchs“, da er rote Harre hatte.

Je länger Jakob sich auf dem Platz umschaute, so wurde immer mehr und mehr klar, dass es nicht nur ein Gegner war, mit dem er ab sofort zu tun hatte. Des Weiteren wurden auch Jakobs enge Verwandten in dieses Geschehen mit einbezogen, so dass sie zum Teil ihr Leben verloren hatten. Jedoch hatte Jakob Glück, schnell findet er neue Freunde wie zum Beispiel die Färberstochter Richmodis, ihr Onkel, ihr Vater Goddart und den Physikus Jasper.
Je länger sie gemeinsam nach den Gründen forschten, fanden sie heraus, wen genau sie eigentlich als Feind vor sich haben. Und das dieser Jemand über unkonventionellen Waffen verfügte. Jedoch kommt für sie nun kein davonlaufen mehr in Frage, denn sie wissen genau, welches Ziel sie zu verfolgen haben.

Der mittelalterliche Roman zeigt sehr gut die Eigenheiten, gesellschaftliche Stellung und Schwächen dieser Menschen, so dass man sehr genau nachvollziehen kann, wie schwierig es sein musste, in solch einer Epoche zu überleben. Die Sprache des Romans, ist so dargestellt, das es dem Leser im ersten Moment schwer fällt, den Sinn zu erfassen.
Da der Autor selbst liest, wirkt die Umsetzung des Hörbuchs sehr enthusiastisch. Manche Momente im Hörbuch sind sehr überbetont und überdramatisiert. Auch das gerollte „R“ des Autors, verstärkt diesen Eindruck noch ungemein.
Außerdem besitzt der Autor den „Kölschen Dialekt“, so dass der Handlungsort sehr gut charakterisiert wird. Wenn man jedoch kein Freund solch eines Dialektes ist, kann es sein, dass er von Manchen als störend empfunden wird.

Der Autor hat sich wirklich viele Gedanken über sein Hörbuch gemacht, so dass unter anderem die Idee entstand, dramatische Momente mit eigen komponierter Musik zu unterlegen. Des Weiteren gibt es noch zu sagen, dass die letzte CD ausschließlich eine Zusammenfassung ist von den vorkommenden musikalischen Themen.

Tod und Teufel. 8 CDs. Ein Krimi aus dem Mittelalter. Lesung

Roverandom – Tolkien – Hörbuch Kritik

November 16th, 2009

Der Name Tolkien lässt jeden halbwegs am Zeitgeschehen interessierten Menschen sofort an “Der Herr der Ringe” denken. Das Epos ist ein Stück Weltliteratur – und die Filme locken Millionen von Zuschauern an. Doch dem einen oder anderen ist wohl nicht bekannt, dass der englische Literaturwissenschaftler Tolkien auch kleine, feine Geschichten geschrieben hat, die nicht ungebedingt vom Kampf des Guten gegen das Böse handeln. In Roverandom ist die Hauptfigur ein kleiner weißer Hund, der sich in unverschämter Art und Weise mit einem Magier anlegt. Er beißt ihn einfach ins Bein! Autsch!

Roverandom Tolkien Hörbuch Kritik

Roverandom Tolkien Hörbuch Kritik

Da Zauberer leider oftmals übelgelaunte Gesellen sind, wird das Tierchen Roverandom kurzerhand auf die Größe eines Winzlings gezaubert. Wahrscheinlich würde er nun prima an die Seite von Nils Holgerson passen. Anschließend verschwindet der Hexenmeister. Der Hund Roverandom muss sich nun auf die Suche nach ihm machen, um seine normale Größe wiederzuerlangen. Als begibt sich Roverandom auf den Mond und tief ins Meer. Dabei trifft er so einige interessante Zeitgenossen, wie sie sich nur in einer Fantasy-Welt aufhalten können.
Das Geschichte “Roverandom” soll Tolkien für seinen Sohn geschrieben haben, als der Familienhund ums Leben gekommen ist. Außerdem ist es die Fortsetzung des Bestsellers “Der kleine Hobbit”. Da es aber keinerlei Ähnlichkeiten zwischen Roverandom und dem kleinen Hobbit gibt, scheint dies auch nur eine Fabel aus dem Reich der Fiktion zu sein.
Insgesamt gesehen ist die Geschichte angenehm zu hören und zeigt meiner Meinung nach, dass Tolkien nicht nur bluttriefende Epen schreiben konnte, sondern auch sich darauf verstand eine amüsante Geschichte für “Zwischendurch” zu schreiben.
Der Vorleser ist Ulrich Noethen, der u. a. aus dem Film “Comedian Harmonists” bekannt sein dürfte. Das Hörbuch “Roverandom” ist auf drei CDs verteilt.

Roverandom. 3 CDs

Charles Bukowski Nicht mit sechzig, Honey! – Kid Stardust im Schlachthof Hörbuch

September 28th, 2009

Ich bin schon seit langen Jahren ein großer Freund der Kurzgeschichten und Gedichten von Charles Bukowski. Gerade als „junger Erwachsener“ findet man seinen Spaß an den Sachen über die Bukowski schreibt: Frauen, Alkoholexzesse und andere nicht gerade gesellschaftskonforme Begebenheiten. Da freut sich der Hörbuchfan, wenn die Gedichte und / oder Kurzgeschichten seines mittlerweile ehemaligen Idols auch noch vorgelesen werden.

Charles Bukowski Kid Stardust etc Hoer Hocker Hörbuch Kritik

Charles Bukowski Kid Stardust etc Hoer Hocker Hörbuch Kritik

Aber leider wird diese Vorfreund (bitter) enttäuscht. Denn ich finde Martin Semmelrogge grottenpeinlich – und seine Stimme geht mir spätestens nach einigen Sätzen aus seinem Mund derbe auf den Sack. Ich frage mich ernsthaft, warum die Verantwortlichen sich ihn ausgesucht haben, um Charles Bukowskis „Nicht mit sechszig, Honey! / Kid Stardust im Schlachthof“ vorzulesen.

Gibt es da nicht andere? Wie wäre es zum Beispiel mit Klaus J. Berend gewesen. Der Tator-Kommissar hat wenigstens eine Stimme, die mich länger als 15 Minuten an den Lautsprecher fesselt. „Nicht mit sechzig, Honey! – Kid Stardust im Schlachthof“ ist durch die Fehlbesetzung mit Martin Semmelrogge überhaupt kein Erlebnis und lässt mich mit Wehmut in meiner Plattensammlung graben, um dort die – mehr als geniale – Scheibe mit Bukowski Gedichten, gelesen von Götz George, hervorzukramen.

Ernest Hemingway Fiesta Hörbuch

September 25th, 2009

Ein meisterhaftes Hörbuch! Sechs (!) CDs pralles Vergnügen! Die Geschichte des Debüt-Romans des späteren Literaturnobelpreisträgers Ernest Hemingway ist schnell erzählt: Der amerikanische Journalist Jake Barnes sucht nach dem Sinn des Lebens. Er reist durch Frankreich und Spanien und unternimmt hier den Versuch mit Schicksalsgenossen das Erlebte zu vergessen. Er ist auf der Such nach etwas Besserem als der verlorenen Jugend im Krieg. Seine Kriegserfahrungen und eine unerfüllte Liebe lassen ihn nicht los. Er streift durch Pariser Cafés und reist schließlich zum Stierkampf ins spanische Pamplona.

Ernest Hemingway Fiesta Hoer Hocker Kritik

Ernest Hemingway Fiesta Hoer Hocker Kritik

Die Geschichte handelt von tiefen Gefühlen, die Ernest Hemingway in „Fiesta“ immer nur andeutet oder in Nebensätzen deutlich werden lässt.
Die Handlung von „Fiesta“ lässt viele Parallelen zum Leben des Autors erkennen. Auch Hemingway lebte in Paris und war ein begeisteter Anhänger des Stierkampfes. Ferner war er im Ersten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter unterwegs. Den Verantwortlichen von Random House Audio muss für die Auswahl von Christian Brückner als Sprecher ein großes Kompliment gemacht werden. Brückners Stimme ist vielen Kino- und Fernsehzuschauern bekannt, er leiht sie sonst etwas Robert de Niro oder ähnlichen Raubbeinen. Große Hörbuch Kunst!